14. August 2010

Fahrsicherheitstraining mit Hindernissen

Ich habe mich schon lange gefreut, mich mit meinem Roller auf den Weg nach Lüneburg zu machen um endlich meinen Gutschein für ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC einzulösen. Gestern abend haben mich die Wettervorhersage dazu gebracht, meine Ausrüstung um sämtliche Regenklammotten zu erweitern. Doch als ich heute morgen aufstehe, ist von dem vorhergesagten Wetter keine Spur mehr. 25 Grad und Sonnenschein. Aber ich traue dem Frieden nicht und nehme alles mit, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Was mir jedoch mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist meine immer noch defekte Benzinpumpe, von der ich noch nicht wirklich weiss, wie ich sie heute den ganzen Tag überlisten soll. Sobald man den Roller ausmacht, wenn er auf Betriebstemperatur gekommen ist, benötigt er eine Stunde des Auskühlens und zwei Eimer Wasser, den man auf den Tank giesst, damit sie wieder anspringt.Das wird meinen Mitstreitern nicht gefallen und so habe ich mir überlegt den Roller heute einfach den ganzen Tag durchlaufen zu lassen. Keine Ahnung , ob ich dann mit dem Benzin hinkomme, aber was soll schon sein. Ich bin ja schon beim ADAC - !!?? - Der Weg über die Autobanh ist entspannt und ich komme rechtzeitig - eine Dreiviertelstunde vor Beginn - beim ADAC an.

Paul - meine Vespa - lasse ich laufen , auch wenn sich alle wundern. Nach den Formalitäten und dem Wechsel meiner Schuhe in richtige Motorradschuhe vom ADAC geliehen , gibt es erst Mal eine Vorstellungsrunde. Wir sind 8 Frauen unterschiedlichen Alters von ca Mitte 20-60, die jedoch eines gemeinsam haben, erst ca 1 Jahr auf dem Motorrad unterwegs zu sein. Beim Zusammentragen sind wir uns einig, was uns Schwierigkeiten macht: -langsames fahren -Kurven richtig einleiten -Handling, -am Berg anfahren -bremsen ohne ABS -Stop and go -bremsen und ausweichen usw. Als wir nun endlich nach draussen treten, steht Paul bereits eine gute Dreiviertelstunde laufend auf dem Parkplatz. Als ich herantrete sehe ich sofort , dass das Trittbrett voller Flüssigkeit ist und sich auch unter dem Roller eine Lache gebildet hat. Kühlflüssigkeit - und die Termperaturanzeige blinkt wie verrückt ! OK -der Tag ist geklaufen . So werde ich den Kurs nicht mitmachen können und stelle Paul frustriert aus. Mein Weg führt mich zurück zur Anmeldung um : - meine Werkstatt zu informieren - den ADAC anzurufen - ob ich wohl auf dem Hänger nach Hause gebracht werde -und versuche ob ich den Kurs wiederholen darf. Und nun heisst es warten und Kaffee trinken, bis der ADAC eintrifft. Nach einer Stunde trifft endlich der ADAC-Helfer ein und ich habe die Zeit damit verbracht, den anderen beim Fahren zuzuschauen. Bei einem Telefonat vermutet mein Vespahändler, dass das Relais für die Lüftung kaputt ist und deswegen nicht kühlt und auch manchmal stinkt. Nun gut, ich hoffe auch das wird dann bei der nächsten Gelegenheit repariert sein - spätestens wenn die neue Pumpe kommt. Der eintreffende ADAC Mensch sieht mich mitleidig an und fragt was kaputt ist. Dann schraubt er seelenruhig den Deckel zum Kühlflüssigkeitsbehälter auf und schüttet einfach Wasser nach, nicht ohne mich zu belehren, dass da gelegentlich Frostschutz rein muss. Eigentlich könnten sie jetzt weiterfahren, meint er, aber ich sage, der Kurs ist ja bereits halb vorbei. Wir tauschen einige Erfahrungen bezüglich, Hitze im Zusammenhang mit Benzinpumpen aus, und er erzählt mir , wie fast jeder , dass er auch mal eine Vespa hatte - wer nicht - und fährt dann von dannen. Das Wetter und der Tag ist für mich aber zu schön, um jetzt schon nach Hause zu fahren, und so beschliesse ich, noch einwenig da zu bleiben und den anderen zuzuschauen. Schliesslich kann man hier genausogut wie überall anders seinen Kaffee in der Sonne trinken und hat noch einwenig Gesellschatft - Beipielsweise von den netten Männern die ihre Frauen hergebracht haben und nun darauf warten, dass der Kurs zu Ende geht. So dastehend und mich mit den Jungs unterhaltend, hören wir auf einmal einen Schlag und ein Krankenwagen in Richtung Gelände losfahren.




Einer der Jungs ist plötzlich ganz panisch und glaubt , dass es seine Freundin sei, die es da zerlegt hat und er rennt los - Richtung Unfallort. Doch Fehlalarm, es war eine andere Person. Wenig später wird diese am Arm über den Platz geführt. Ein anderer bringt Ihre Virago zurück zum Parkplatz. Der Lenker ist verbogen, hat einen Knick. So kann und darf sie nicht mehr weiterfahren. Anne, die verunfallte Frau kommt zu mir an den Tisch und braucht nun erstmal einen Kaffee, bevor sie es ihrem Mann sagt und den ADAC anruft , der noch vor wenigen Minuten wegen mir hier war. Am meisten ärgert sie, dass sie den Kurs nun nicht mehr beenden kann, aber auch eine kleine Rippenprellung , die sich sich zugezogen hat, schmerzt sie. Als ich sie einwenig beruhigt habe, beschliessen wir erstmal abzuwarten , was der ADAC sagt und den Kaffee und das Wetter zu geniessen und dann uns das Mittagessen Buffet schmecken zu lassen, das wir sowieso schon bezahlt haben. Unvermittelt tritt ein Mann an unseren Tisch und schlägt uns vor, einen oder uns beide mit seinem Transporter nach Hause zu bringen , wenn alle Stricke reissen - wir sind verblüfft, welche Hilfsbereitschaft unter den Bikern herrscht. Das habe ich diese Jahr auch schon öfter mit Freuden feststellen dürfen. Wir unterhalten uns sehr angeregt , als die restliche Frauengruppe zum Essen kommt und uns ihre Fahrerlebnissse auf dem Platz erzählt. Da taucht auch schon Annes Mann auf, um sie abzuholen. Nun ist alles gut . Das Motorrad wird vom ADAC gebracht und wir brechen gemeinsam auf und machen uns auf den Heimweg. Ein Stück werde ich noch von den Beiden eskortiert bis wir vor dem Elbtunnel in einem mächtigen Stau stecken. Ich fahre ab, damit Paul nicht wieder heiss wird und nehme die mir bekannten Schleichwege durch den Hafen. Es war ein schöner Tag. Ich habe nette Frauen kennen gelernt und erfahren , dass ich nicht die einzige bin , die mit diesem Alter noch ein Greenhorn auf dem Zweirad ist. Leider hat der Tag sein Ziel verfehlt und ich werde den Kurs wohl dieses Jahr nicht wiederholen können. Die Saison ist bald vorbei und die Kurse ausgebucht. Ich hoffe auf nächstes Jahr und weiss nicht ob es mit über 10000 gefahrenen km noch Sinn macht ,einen Einsteigerkurs zu machen. Aber man lernt ja nie aus ... was man in so einem Kurs nun wirklich macht... erfahrt ihr also demnächst....

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