3. Oktober 2010

Was ist ein Prodomofahrer ?

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Im Vorfelde des Berichtes über den ersten Weltkongress der Prodomofahrer in Braunschweig am 2./3. Oktober 2010 , muss ich hier erstmal dem geneigten Leser erklären , wie es zu dem Verband der Prodomofahrer kam. Auf dem Vespatreffen zu Ehren des 60. Geburtstages des Vespaclubs Hamburg hat Spiegel online einige Teilnehmer des Treffens zu seinen Rollern und den Ausfahrten und Touren befragt, die sie damit unternehmen. Die Antworten wurden dann in einem Interview in Spiegel online veröffentlicht. Einer der Befragten hat sich dabei abfällig über Vespafahrer ausgelassen, die den Typ verkörpern wie er in der Prodomo Werbung zu sehen ist - gepflegt, mit Anzug, geputztem Roller, das Gegenteil eines Schraubertypen, der sich auf Treffen betrinkt und dabei das ganze Wochenende in seiner Kutte rumläuft, die noch nie eine Waschmaschiene gesehen hat, genausowenig wie das Pflegen von Umgangsformen, das nehmen einer Dusche und Kulturellen Anspruch an das Progamm.
Klischee traf also Klischee und hat im Vespaforum eine Diskusion für und wieder Automatikrollerfahrer, Schaltrollerfahrer, Anreisen zu einem Treffen mit dem Auto, Übernachtung im Hotel usw. und die Frage nach dem Image jeglicher Gruppen ausgelöst.
Einige haben sich auf Grund dessen spontan über dieses Schubladendenken amüsiert und sich nur so zum Spass als
" Prodomofahrer" betitelt und geoutet. Das Thema wurde weitergesponnen und so entstanden nach und nach Satzungen, ein Logo und jeder der " beitreten " wollte konnte sich einen " Titel " verleihen.
Auf die Schnelle sind so im Nu 40 Personen zusammen gekommen, die sich als " Prodomos " bezeichneten und dies auch Ihrer Signatur trugen.
Und was machen Menschen wenn sie Gleichgesinnte gefunden haben ? Sie wollen sich mit Ihnen treffen und so wurde die Idee zum ersten Weltkongress der Prodomofahrer geboren.

Hier der Teil des Zeitungsartikels der
"Prodomos" ins Leben rief:


Oliver Jean kann zu solchen Erzählungen eher weniger beisteuern. Der Österreicher aus der Steiermark hat zwar die weiteste Anreise zum Jubiläumstreffen des Hamburger Vespa-Clubs zurückgelegt - doch 1000 der insgesamt 1200 Kilometer per Lkw. Seine Vespa PX 125 Ultima steht daher wie aus dem Ei gepellt da, funkelnd und strahlend. "Da sind Chromanbauteile für etwa tausend Euro drangebaut", sagt Jean. Außerdem sagt er, dass der Roller noch nie Regen gesehen habe und überhaupt in zwei Jahren erst 4200 Kilometer gelaufen sei. Jean: "Wenn ich nach Rimini will, nehm' ich eh das Auto."
Die Scooter-Szene dreht auf - bis hin zur Lachgaseinspritzung Hartgesottene Rollerfahrer schütteln nur den Kopf, wenn sie so etwas hören. Und Atze vom Scooter-Club "Piratos" in Voerde am Niederrhein hat den Satz gehört. "Natürlich fährt ein Rollerfahrer auf dem Roller nach Rimini, was denn sonst", schnaubt er. Atze fährt derzeit allerdings erst mal gar nicht, ein Rollerunfall auf der Autobahn zwingt in vorübergehend in den Campingstuhl, wo er sozusagen passiv am Vespa-Treffen vor den Toren Hamburgs teilnimmt. Er zählt sich zur inoffiziellen Vespa-Szene, die etwas verächtlich auf die "Prodomo-Fahrer - eben solche Typen wie in der Werbung" schaut, wie Atze erklärt. Vielmehr gehe es um Ska- und Soulmusik, um die Scooterrun genannten Treffen, um das Drum und Dran eben. Die Roller werden gestrippt, lackiert, verändert - auf jeden Fall umgebaut und meist auch schnellergemacht. Atzes persönlicher Rekord? "Bei 150 hab' ich Gas weggenommen, eine Vespa ist nicht für solche Geschwindigkeiten gemacht", sagt er. Ein Clubkamerad jedoch sei da anderer Meinung und experimentiere gerade mit einer Lachgaseinspritzung.


Dies ist die Satzung der Prodomisten:

Der Prodomo-Fahrer

* nennt ein Fahrzeug der Marke Vespa sein Eigen und fährt dieses regelmäßig selbst (ob mit automatischem oder Schaltgetriebe, ist ohne Bedeutung)
* nimmt an diesem Fahrzeug keine Veränderungen vor, die leistungssteigernd wirken und lässt solche Veränderungen auch nicht von Dritten vornehmen (Nein zum Roller-Doping)
* lässt an diesem Fahrzeug regelmäßig Veränderungen vornehmen, die das optische und akustische Erscheinungsbild verbessern * besitzt kein Werkzeug und kennt demzufolge keine schwarzen Fingernägel (Ausnahmen bestätigen die Regel - siehe Topcase-Ersatz, etc.pp.)
* hat Sinn für Ästetik (zb. Fahrstil, schöner Musik usw.)
* rasiert sich wenigstens einmal pro Woche (nass oder trocken) - für Prodominas gilt adäquates (fragt mal adagio)
* besitzt neben seinem Vespa-Roller auch einen eigenen Deo-Roller, weiß, wie man ihn bedient und tut dies täglich
* kommt in jeder "Disco" durch die Gesichtskontrolle
* bewahrt auch nach dem 10 ten Bier noch Haltung...wenn möglich
* ist an exzessiven Gelagen jedoch im allgemeinen wenig interessiert
* erkennt Ska ausdrücklich als Musik an
* ächtet Zeltplätze als Frühstadium der Evolution
* darf zu Treffen auch mit Zug oder Auto anreisen
* spricht zumindest eine Sprache ---snip---
* trinkt gerne guten Café gleich welcher Marke
* fährt mit seiner Vespa (auch) in Anzug (und Krawatte) - für Prodominas gilt adäquates
* trinkt gerne guten Wein

Dies sind die Mitglieder des Prodomo Verbandes zu sehen auf einer Karte, Standorten und Titeln. 




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So wurde der zentrale Ort ermittelt , wo das Treffen stattfinden soll - aber es kam anders. Da unser " Präsident" aus Braunschweig stammt , haben wir beschlossen dort unseren ersten Weltkongress steigen zu lassen.....

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